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worte träufeln auf die haut. sie verdunsten nicht oder perlen ab, sondern sie ziehen ein. werden einverleibt, erhalten einzug in das ungestüme gemütswesen. worte bedecken und umschließen, hüllen den körper in worthülsen. zersägen und verschleiern ihn, aber prallen nicht ab. sie verwischen die oberfläche und gehen tief. zirkulieren im körper und regen an, sind gewitterregenworte. worte sind orte die in uns wohnen, manchmal hausen. worte lösen gefühle aus, die wir manchmal raus schmeißen möchten. ab und zu sind sie so schön und klar, oft aber verfliegen sie mit der zeit. was bleibt ist ein schema, ein innerer film, ein flimmerndes gefühl, der wortgeformte ort. mord. worte bringen uns um den verstand, zum leiden, dazu innerlich zu exlodieren. implosionen. von wortfetzen bestimmt, zerissen. die möglichkeit der schönheit mit einem schlag entzogen. zu wenig worte manchmal ein entzug. worte sind entgleisung. ein unglück. manchmal ein stück der wahrheit, die wahrhaftig haften bleibt. sich von innen an die haut klebt, sich felstkrallt, obwohl sie abgeschüttelt gehört. obwohl sie grellen, lauten, beißenden schmerz auslöst. worte können sich nicht benehmen, es sind doch worte, aber sie können benommen machen. oder taumelnd oder ohnmächtig. sie ätzen sich ins innere, schreiben sich fest, lassen uns erinnern. sie manifestieren, variieren, kreiren. sich in worten verlieren, in worten finden. selbst der verlust ist eine findung. sie verfangen sich in gerüsten, rüsten auf. zerstören und erschaffen. worte sind waffen. wortgewalt von stärke und nachdruck. sie durchfahren den körper, sind verbalisierte impulse, die sich kontextualisiert aneinander reihen, ketten, klammern, sich nicht voneinander lösen lassen. manchmal beherrscht heraus fallend und dann wiederum überfallend einfallen, es kommt auch auf den tonfall an. worte fliegen, schweben, sind schwer einzufangen. aber worte legen sich auf dich und decken dich zu, verlangen keine widerworte, nur orte zum blühen. das sind die schönen, weichen, worte, die nicht brennen und worthülsen voneinander trennen. stilblütenhaft. sie fließen oder plätschern sanft. sind losgelöst während sie nie wortlos sind. obwohl sie sich manchmal nicht in worte fassen lassen. egal ob draußen oder drinnen. Sie entrinnen nicht, auch wenn wir uns das manchmal wünschen. wir verfügen über sie, aber sie entreißen und fügen uns zusammen. worte sind fügungen verschiedener laute, die sinn und unsinn schaffen. sie verschaffen gehör. wir hören auf sie, wenn wir nur nicht aufhören auf uns zu hören. aber auch, wenn wir das nicht tun, schenken wir worten gehör. vibration, schwingung, codierung, dekodierung. fühlworte. sie durchschwirren räume. träume. worte sind klangfarben und malen bilder in die haut. sie können schwarz sein oder weiß oder bunt. zu kalt oder zu heiß. und auch wenn sie erstarren, bewegen sie. worte sind schätze. wortschätze. worte sind orte, die uns beleben, die wir spüren. orte sind spuren von uns weg und zu uns hin.
20.6.11 00:34
 


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