Ursprung Nachricht
zusammengeliebtes wortfetzendu

kalt vergraut zerriebene traurigkeit. fein zerstäubt, in der ecke liegend. explosion.
zuvielgefühl, weil zu wenig. klingt wie mathematik, die keine ist. oder gefühlsversehender unsinn, der versehendlich verunsichert und sich doch nicht versehen hat. nur nicht genau hingesehen. gefühlt. keine decken auf köpfe gestapelt, sondern dich in staubgeriesel verpudert. weißsein, so weiß, dass man fast verschwindet hinter sich, obwohl man nicht mal dahinter steht. und andere machst du unsichtbar. von deinem herz klopft die zweisamkeit den staub aus dem fenster. und von der haut tropft die einsamkeit hinein. klebt unter den füßen. bindelt dich an die bodenlose staubschicht deiner kopfschmerzen, die eigentlich nur kussmünder sind, die keine worte mehr für sich haben, weil sie winkelartig ineinander verkopft sind. gri-massenhaft. wie ich. die eigentlich nur in herzschmerz getarnte herzschläge sind, die dich umhauen. nonverbal. in plural ver.ein.t
wortlosgeformtesfühlwort. los. losgelößt. von nasser traurigkeit umspannt.die straßen bedeckend, hinauffließend. mit ihren gesichtern im dreck. sandschnaubendeszähneknirschen ohne mundkuss. mit ton.not. ton, not. tonnen von nichttenor ungesprochener worte. zusammengeliebtes wortfetzendu. sinnverätzt. zerzaust, nicht wert geschätzt, abgehätzt. verletzt ver-liebt. schutzlos berieselt von verdeckten wänden, von oben herab zu allen seiten. schwere leichtigkeit oder leichte schwerkraft? auf jeden fall. zu viele herzen, dein gesicht auf leisen, nassen, schwarzen laternenstraßen ohne oben. grün grün grün. dreckiger putz. worte rieseln von unten herab. trauriger, goldener kussmund schief unter der ecke hockend, eigentlich farblos geliebt - ich - keine leuchte, kein licht. nur schöner weißer [herz] schlagstaubkopf, der die graue sonne leise bricht.
22.3.12 17:04


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deckenzimmerzeiten

die tür knarrt im dunklen. ganz leise zieht ein windstoß rein, kriecht unter die decke. die zeit vergeht still, schwerfällig und verliert sich. irgendwo zwischen dort und hier. noch eben da und schon fort, aber eben noch irgendwie da. verwirrt. das kommende gleich be:greif ich nicht, denn das eben schweift jetzt noch im gestern vorüber. die sekunden von eben, die sekunden der letzten gefühlt zehntausend sekunden, sind noch zu spüren, zu schmecken, aber nicht mehr zu sehen. es ist ja auch dunkel. trotzdem sichtbar - ungebetende traurigkeit auf meiner haut, ich darunter.
einsamkeit erhält einzug, vom eben ins jetzt. das jetzt macht erst das eben greifbar, unebene, raue, traurige haut. plätschernde sekunden, verdunstete tränen am fenster klebend, tun als wären sie vom schwerfälligen atmen im kaltendunklenknarrenden deckenzimmer. atemlos in mir. und die nächsten gefühlten zehntausend sekunden sind traurig und einsam zur zeit.
das fenster ist geschlossen. regentropftvoninnenandiehaut. nicht laut. zu leise alleine im deckenzimmer, wo das oben wie das unten ist und das eben zum jetzt schweift. verschweift erstarrt. im quadrat und umgekehrt. ich friere und zähle die sekunden bis ich eingeschlafen bin. vielleicht höre ich aber auch schon ein bisschen vorher auf, ein bisschen vor dem gleich.
15.10.11 02:24


fundsuche

worte träufeln auf die haut. sie verdunsten nicht oder perlen ab, sondern sie ziehen ein. werden einverleibt, erhalten einzug in das ungestüme gemütswesen. worte bedecken und umschließen, hüllen den körper in worthülsen. zersägen und verschleiern ihn, aber prallen nicht ab. sie verwischen die oberfläche und gehen tief. zirkulieren im körper und regen an, sind gewitterregenworte. worte sind orte die in uns wohnen, manchmal hausen. worte lösen gefühle aus, die wir manchmal raus schmeißen möchten. ab und zu sind sie so schön und klar, oft aber verfliegen sie mit der zeit. was bleibt ist ein schema, ein innerer film, ein flimmerndes gefühl, der wortgeformte ort. mord. worte bringen uns um den verstand, zum leiden, dazu innerlich zu exlodieren. implosionen. von wortfetzen bestimmt, zerissen. die möglichkeit der schönheit mit einem schlag entzogen. zu wenig worte manchmal ein entzug. worte sind entgleisung. ein unglück. manchmal ein stück der wahrheit, die wahrhaftig haften bleibt. sich von innen an die haut klebt, sich felstkrallt, obwohl sie abgeschüttelt gehört. obwohl sie grellen, lauten, beißenden schmerz auslöst. worte können sich nicht benehmen, es sind doch worte, aber sie können benommen machen. oder taumelnd oder ohnmächtig. sie ätzen sich ins innere, schreiben sich fest, lassen uns erinnern. sie manifestieren, variieren, kreiren. sich in worten verlieren, in worten finden. selbst der verlust ist eine findung. sie verfangen sich in gerüsten, rüsten auf. zerstören und erschaffen. worte sind waffen. wortgewalt von stärke und nachdruck. sie durchfahren den körper, sind verbalisierte impulse, die sich kontextualisiert aneinander reihen, ketten, klammern, sich nicht voneinander lösen lassen. manchmal beherrscht heraus fallend und dann wiederum überfallend einfallen, es kommt auch auf den tonfall an. worte fliegen, schweben, sind schwer einzufangen. aber worte legen sich auf dich und decken dich zu, verlangen keine widerworte, nur orte zum blühen. das sind die schönen, weichen, worte, die nicht brennen und worthülsen voneinander trennen. stilblütenhaft. sie fließen oder plätschern sanft. sind losgelöst während sie nie wortlos sind. obwohl sie sich manchmal nicht in worte fassen lassen. egal ob draußen oder drinnen. Sie entrinnen nicht, auch wenn wir uns das manchmal wünschen. wir verfügen über sie, aber sie entreißen und fügen uns zusammen. worte sind fügungen verschiedener laute, die sinn und unsinn schaffen. sie verschaffen gehör. wir hören auf sie, wenn wir nur nicht aufhören auf uns zu hören. aber auch, wenn wir das nicht tun, schenken wir worten gehör. vibration, schwingung, codierung, dekodierung. fühlworte. sie durchschwirren räume. träume. worte sind klangfarben und malen bilder in die haut. sie können schwarz sein oder weiß oder bunt. zu kalt oder zu heiß. und auch wenn sie erstarren, bewegen sie. worte sind schätze. wortschätze. worte sind orte, die uns beleben, die wir spüren. orte sind spuren von uns weg und zu uns hin.
20.6.11 00:34


graustufenfarbteilchen

das fühlen verliert sich taub. staub. eine dicke schicht, die sich auf mich legt und mich bedeckt. bewegungslos trotz gedankenlauf. ein krampfhaftes festzurren und krallen des schmerzes, der sich dumpf verliert. ein verhindeter ausdrucksdruck resultiert. gefühle verschanzen sich hinter einer grauen schicht. abbild einer unberührten materie, durch die zu viel berührung fließt. verstaubt.
bewegungslos. berührungsangst gleicht berührungsnot, deswegen atemstilles staubgerüst. schlichte schicht bedeckt vielschichtiges gesicht. und besorgniserregende graustufen jagen triefende farbschattenexplosion. bitte nicht! doch niemand weiß, was besser ist. übertüncht und überlastet, bedrückend erdrücktes staubfängerkind. geschichtet gefangen, zersägt, sortiert, benommen, zensiert. selbstzensur gedanklicher not. notfälliger schwebestaub ist schließlich lethagisch verwuselter schwebezustand in dem mich träume zerstäuben. atemlos inhaliere ich bewegungslos die aufwirbelnden bewegungen anderer, die mich bewegen. also ein standgang. stille laute die mich sprachtaub, blindlos auf mich selber schichten und - nüchtern dichten. fühle melodiöses geschichten. das muss die zukunft m.eines herzschlags sein. herzkunstschlag zusammen gefaltet. auseinander gerissen verstäubt. betäubt und deswegen belegt. wie die leitung eines endlosen monologs. beleitet von überflutung. fließend von verschollenen dialogen begleitet. mehr als nur geschichtetes leid.
Manchmal, in betäubten stunden, wird von ihr nur noch als geschichte berichtet.
Es wirbelt dann flirrend - grau - im warmen licht.
9.5.11 01:31


sanft verklärte wortgewalt
vernüchtert gerade
schiefernd jetzt

heute noch
im frühen
gestern
- orientierungslosigkeit

ein schattenkuss
unberührter
lichterquellen

blinzelt stürmisch
morgenrot


-juligedankenesfebruargefühl.
19.2.11 14:54


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